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Rigling ist Weltmeisterin im Omnium

Die Zürcher Para-Cyclerin darf sich in der Omnium-Wertung zum ersten Mal das Regenbogentrikot überziehen. Im Scratchrennen sichert sie sich zudem Silber im Schlusssprint und reist am Dienstag mit insgesamt vier Medaillen zurück in die Schweiz. Franziska Matile-Dörig gewinnt Bronze im Scratch. Im Omnium klassiert sich die Innerrhoderin auf Rang 4.

Der Omnium-Weltmeistertitel ist die grosse Kristallkugel des Para-Bahnradsports. Während die Schweizer Skistars auf dem Schnee eine Kugel nach der anderen abräumen, steht die Zürcher Para-Cyclerin im Olympia-Velodrom von Rio de Janeiro in jeder Disziplin auf dem Podest. Sie sichert sich damit den Sieg in der Omnium-Gesamtwertung. Dies steht nach ihrem Silber-Platz im Scratchrennen am Sonntagabend fest.

«Meine Taktik im Scratch ist aufgegangen. Ich konnte mich lange gut verstecken und hatte genug Kraft am Ende», meint Flurina Rigling. Im Schlusssprint muss sie sich nur der australischen Sprinterin Amanda Reid geschlagen geben, die im Scratch den Weltmeistertitel holt.

Omnium steht für Vielseitigkeit und Ausdauer

An den vergangenen Weltmeisterschaften in Paris und Glasgow hatte Flurina Rigling neben dem Weltmeistertitel in der Einzelverfolgung jeweils Silber im Omnium gewonnen. An der Bahn-WM in Rio de Janeiro gelang ihr schliesslich der Coup: «Es bedeutet mir sehr viel, ich habe diesen Titel schon lange angepeilt. Es macht mich stolz und auch zuversichtlich für die lange Strassensaison, denn dieser Titel steht für Ausdauer», berichtet Flurina Rigling. Nach der Bahn-WM geht es für das Para-Cycling-Team nach einer kurzen Pause mit der Vorbereitung für die Weltcupsaison auf der Strasse weiter.

Update 24.03.2024
Franziska Matile-Dörig gewinnt Bronze im Scratch

Nach der Silbermedaille in Glasgow vergangenen Sommer holt die Innerrhoder Para-Cyclerin an der Bahn-WM in Rio Bronze im Scratch. Im Omnium klassiert sie sich auf Rang 4.

Nach der Enttäuschung aufgrund der knapp verpassten Finalqualifikation in der Einzelverfolgung am Freitag, freut sich Franziska Matile-Dörig über die Bronzemedaille im Scratch am Samstagabend. «Es war ein schnelles Rennen. Es kam mir als Ausdauerfahrerin sehr entgegen», berichtet die Radsportlerin.

Die Innerrhoderin ist im Scratch über 10 Kilometer taktisch clever gefahren. Von den Angriffen der Amerikanerinnen Shawn Morelli und Samantha Bosco liess sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie hat somit Kraft eingespart, um in den letzten drei der 40 Runden zusammen mit der Australierin Emily Petricola die Verfolgungsjagd auf die chinesische Titelverteidigerin Li Xiaohui aufzunehmen. Die Chinesin griff an und sicherte sich im Schlusssprint erneut den Weltmeistertitel.

Das Fazit der Schweizerin nach ihrer zweiten WM: «Es war eine Achterbahnfahrt. Ich bin trotz persönlicher Bestleistungen in den anderen Disziplinen neben dem Podest gelandet. Daher ist die Freude über diese Bronzemedaille sehr gross. Eine Medaille im Omnium wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen.» An der Bahn-WM in Brasilien ist die Teilnehmeranzahl unter anderem aufgrund der Paralympics-Qualifikation sehr gross. Bis Juni sammeln die Nationen weiterhin Punkte. Scratch und Omnium sind allerdings keine paralympischen Disziplinen in Paris 2024.

Update 22.03.2024
Zweites Edelmetall für Rigling an der Bahn-WM

Flurina Rigling doppelt nach: Nach der Silbermedaille in der Einzelverfolgung holt die Zürcher Para-Cyclerin Bronze im Zeitfahren über 500 Meter. Auch Franziska Matile-Dörig glänzt mit Rang zwei über 200 Meter Omnium.

Nach der zweitbesten Zeit in der Qualifikation über 500 Meter schafft es Flurina Rigling, ihre Leistung im Final erneut abzurufen. Mit beinahe derselben Zielzeit fährt sie auf Rang drei, hinter der Brasilianerin Sabrina Custodia Da Silva und der australischen Weltmeisterin Amanda Reid.

Über die Bronzemedaille freut sie sich besonders: «Sprint ist nicht meine grösste Stärke, deshalb bin ich stolz darauf und nehme diese Medaille sehr gerne mit.» Zu ihrer Paradedisziplin zählt sie die Kurzdistanz künftig dennoch nicht. «Es gibt mir aber viel Selbstvertrauen zu wissen, dass ich an Grossevents performen kann.»

Gute Ausgangslage für Matile-Dörig im Omnium

Auch Franziska Matile-Dörig kann in Rio ihren ersten Erfolg verbuchen. Mit Rang zwei über 200 Meter fliegender Start verschafft sich die Innerrhoderin eine gute Ausgangslage für die Omnium-Gesamtwertung. Im Para-Cycling zählen dafür die Punkte aller Bahn-Disziplinen zusammen.

«Ich habe auf den ersten paar Metern gemerkt, dass ich nicht ganz die Geschwindigkeit habe, die ich gerne hätte und konnte glücklicherweise zum Schluss nochmals richtig aufdrehen», berichtet die 31-jährige Radsportlerin. Für die Einzelverfolgung diesen Freitag erhofft sie sich einen Platz in der Nähe des Podests. «Sei es darauf oder nebendran. Ich werde versuchen, mein Bestes zu geben», so Franziska Matile-Dörig.

Der Aargauer Roger Bolliger klassiert sich am Donnerstagabend über 200 Meter Omnium auf dem 12. Rang. Der Waadtländer Laurent Garnier fährt in der Einzelverfolgung auf Rang 13. In seiner Wettkampfklasse gibt es mit rund 30 Fahrern das grösste Feld. Am Freitag steht der Westschweizer im Scratch-Final am Start.

Results & Schedule: 2024 UCI PARA-CYCLING TRACK WORLD CHAMPIONSHIPS | UCI
Livestream vom Freitag: Mundial de Paraciclismo de pista 2024 - DIA 3 - YouTube

Update 21.03.2024
Titelverteidigerin Flurina Rigling holt WM-Silber in Rio

Erfolgreicher Start des Schweizer Para-Cycling-Teams im Olympia-Velodrom von Rio de Janeiro: Flurina Rigling holt Silber in der Einzelverfolgung. Einziger Wermutstropfen: Die Britin Daphne Schrager löst die Zürcher Titelverteidigerin mit drei Zehntel Vorsprung als Weltmeisterin ab.

Die Bahn-WM in Brasilien ist die letzte grosse Hauptprobe auf der Bahn vor den Paralympischen Spielen 2024 in Paris. Und die Hauptprobe ist aus Schweizer Sicht geglückt, zumal die Vorbereitung für Flurina Rigling krankheitsbedingt nicht optimal war. Nach ihrem Regenbogentrikot in Glasgow 2023 verpasst die Zürcherin ihre Titelverteidigung um nur drei Zehntel.

«Ich bin ein super Rennen gefahren und sehr zufrieden, es war sehr knapp. Die Saison ist noch lang und ich bin zuversichtlich, dass ich die Form bis zum Sommer noch weiter perfektionieren kann», so Rigling.

Die Appenzeller Teamkollegin Franziska Matile-Dörig klassiert sich am ersten Wettkampftag im 500m-Sprint auf Rang 7 und verpasst somit knapp die Finalqualifikation. Der Aargauer Roger Bolliger beendet die Einzelverfolgung auf Rang 12 mit einer neuen persönlichen Bestleistung. Und der Waadtländer Laurent Garnier zeigt mit Rang 3 in der Qualifikation seine bisher beste Leistung im Scratch, wo er am Freitag im Final antritt.

Bis zum Sonntag messen sich auf der ehemaligen Olympia-Bahn die 203 besten Para-Bahnradfahrer*innen aus 39 Ländern.

Vierköpfiges Para-Cycling-Team an der Bahn-WM in Brasilien

Die Zürcherin Flurina Rigling, die Appenzellerin Franziska Matile-Dörig, der Aargauer Roger Bolliger und der Waadtländer Laurent Garnier stehen vom 20. bis 24. März bei der Bahnrad-WM in Rio de Janeiro am Start.

Wenn Rio de Janeiro die schnellsten Para-Bahnradfahrer:innen der Welt auf der ehemaligen Olympia-Bahn empfängt, ist die Schweiz dabei: Vier Radsportler:innen nehmen vom 20. bis 24. März an der WM teil. Darunter die Weltmeisterin in der Einzelverfolgung Flurina Rigling (WC2) sowie die WM-Silbermedaillengewinnerin im Scratch Franziska Matile-Dörig (WC4). Bei den Männern kämpfen Roger Bolliger (MC2) und Laurent Garnier (MC4) um gute Platzierungen und wertvolle Quotenplatz-Punkte für Paris 2024. Timothy Zemp (MC4) verzichtet aus persönlichen Gründen auf die Teilnahme.

Erste Schweizer Weltmeisterin im Bahnradsport

Wie man auf der Bahn um die Medaillen fährt, hat Flurina Rigling in den vergangenen zwei Jahren mit insgesamt sieben WM-Podestplätzen gezeigt. In ihrer Paradedisziplin, der Einzelverfolgung, holte sie zwei Weltmeistertitel. Nach einer intensiven Trainingszeit in Australien und in Grenchen ist die Zürcherin für ihre dritte WM bereit: «Wir haben vor allem technische Aspekte und Intensitäten auf der Bahn trainiert. Ich möchte an der WM sicher meine beste Leistung abrufen, weiss aber auch, dass die Formkurve im Hinblick auf die Highlights diesen Sommer noch steigen wird. Also kann ich nicht erwarten, dass ich jetzt schon persönliche Bestwerte fahre», so Rigling.

Neben Rigling hat auch Newcomerin Franziska Matile-Dörig in Glasgow 2023 für Furore gesorgt. Sie verpasste im Scratch hauchdünn die Goldmedaille und holte Bronze im Omnium. Ende Januar dominierte die Appenzellerin bei den Schweizermeisterschaften mit einer neuen persönlichen Bestzeit.

Für den Routinier Roger Bolliger wird es in seiner Wettkampfklasse schwieriger mit der Spitze mitzuhalten: «Gerade die Kurzdistanzen sprechen nicht für mein Alter, aber ich bin gute Zeiten gefahren im Training und habe mich im Hitzetraining auf die Temperaturen vorbereitet». Der Aargauer kennt das Velodrom bereits von den Paralympics in Rio 2016. «Damals waren es brandneue Wettkampfstätten, ich bin gespannt, wie es jetzt aussieht», so Bolliger.
 

Ein Test-Event und viele Punkte für Paris 2024

Im Rahmen dieser WM werden neben den bisherigen Disziplinen (Einzelverfolgung, Sprint, Scratch, Omnium) erstmals Ausscheidungsrennen als neue Para-Cycling-Disziplin als Test-Event angeboten. «Es ist vor allem für die Zuschauer eine spannende Bahnrad-Disziplin, für die Fahrer:innen sehr anspruchsvoll», meint der Routinier Roger Bolliger.

Da an Weltmeisterschaften doppelt so viele Punkte wie an Weltcuprennen für das paralympische Nationenranking vergeben werden, ist Rio für das Para-Cycling-Team eine wichtige Etappe auf dem Weg nach Paris 2024. «Jetzt geht es im Hinblick auf Paris 2024 um alles. Die Konkurrenz wird an der WM sehr gross sein», meint der Nationalcoach Dany Hirs.

Bilder: Jean-Baptiste Benavent

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