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«Inklusion ist eine Visitenkarte für den Besucherdienst im Bundeshaus.»

Mit massgeschneiderten Inclusion Coachings unterstützt PluSport Behörden, Schulen, Firmen und Organisationen bei der Inklusion. Anfang September waren wir mit einem Workshop zu Gast bei den Parlamentsdiensten. Die Teilnehmenden wurden von der Selbsterfahrung diverser Behinderungsformen über Übungen und Reflexion bis zur praktischen Umsetzung in der eigenen Funktion geführt, z.B. als Guide im Besucherdienst. Im Interview spricht Federica Riva-Borsetti, Mitorganisatorin seitens Parlamentsdienste, über die Take-aways des intensiven Tages.

Erzählen Sie uns bitte kurz: Was sind die Haupttätigkeiten der Parlamentsdienste?

Federica Riva-Borsetti: Die Parlamentsdienste sind die Institution, die für Bedürfnisse der Ratsmitglieder, für die Sessionen sowie für die Kommissionen zuständig ist. Wir sind in verschiedenen Bereichen tätig, darunter Human Resources & Finanzen, Zentrales Sekretariat, Rechtsdienst, Kommissionssekretariat, Sicherheit, Weibel & Betrieb, Information & Redaktion, Führungen und Veranstaltungen und viele mehr. Ich bin Mitarbeiterin im Bereich Führungen & Veranstaltungen, im Team des Besucherdienstes, der für die Führungen im Parlamentsgebäude verantwortlich ist.

«Alle Besucher:innen des Bundeshauses sollen sich willkommen und einbezogen fühlen.»

Was hat die Parlamentsdienste dazu bewogen, einen Workshop zum Thema Inklusion von PluSport durchzuführen?

Die Parlamentsdienste richten sich an ein vielfältiges Publikum, welches das Bundeshaus während der Sessionen, Führungen und Veranstaltungen nutzt. Alle Besucher:innen des Gebäudes sollen sich willkommen und in unsere Angebote einbezogen fühlen. PluSport Behindertensport Schweiz kenne ich von einer Sportweiterbildung her und wusste, dass sie ihre Erfahrungen transferieren können. Schliesslich stehen bei unseren Führungen wie bei PluSport die Teilnehmenden, die Menschen, im Mittelpunkt – und damit deren Teilhabe.

Mit welchen Erwartungen oder offenen Fragen sind Sie in den Tag gestartet?

Auf Initiative des Besucherdienstes mit Unterstützung der Bereiche Führungen & Veranstaltungen und HR & Finanzen wurde diese Schulung über den Besucherdienst hinaus ausgeweitet. Auf alle Mitarbeitenden, die während der Session oder bei Führungen und Anlässen direkt mit der Öffentlichkeit und den Ratsmitgliedern zusammenarbeiten. Die Erwartung war, dass alle eingeladenen Vertreter:innen der Dienste auf einer gemeinsamen Grundlage eine direkte Erfahrung zum Thema Inklusion machen. Die übergreifende Hauptfrage war: «Wie fühlen sich die Menschen mit Behinderung im Bundeshaus? Was müssen wir an unserem Dienst verbessern?».

Was haben Sie während des Workshop-Tages konkret erlebt?

Die Inclusion Coaches von PluSport stellten die Theorie zum Thema Inklusion vor und übten mit uns alltägliche Szenarien mit Menschen mit Beeinträchtigung. Vieles, das bei Führungen, Anlässen und während der Session auftreten kann.

Neben dem gesamten Team vom Besucherdienst nahmen auch die Verantwortlichen weiterer Bereiche der Parlamentsdienste teil. Am Ende des Tages hatten wir alle eine prägende Selbsterfahrung zum Thema Inklusion an unserem Arbeitsort Bundeshaus gemacht und sind als Team nun noch stärker.

Welche Barrieren wurden im Bundeshaus sichtbar, die im Arbeitsalltag der Behörden oder für Besucher:innen leicht übersehen werden?

Das Gebäude ist ein historisches Denkmal mit vielen Treppen, Gängen und unterschiedlichen Bodenbelägen. Während des Workshops haben wir beispielsweise erlebt, dass einige Stufen zwar für Rollstuhlfahrer ein Hindernis darstellen, für Blinde manchmal aber nicht, da sie ihnen eine bessere Orientierung bieten. Ausserdem kann der Trubel, der während der Session hier herrscht, für Menschen mit kognitivem Handicap eine grosse Herausforderung darstellen.

Wir sind jetzt viel stärker sensibilisiert für die Bedürfnisse der ganzen Vielfalt an Nutzer:innen – von Parlamentarier:innen über andere Behörden bis hin zu Mitarbeitenden und natürlich Besucher:innen mit Behinderung.  

«Wir fanden es sehr bewegend, in die Rolle von Menschen mit Behinderung zu schlüpfen.»

Gab es einen Moment, in dem Sie gedacht haben: «So habe ich das bisher noch nie gesehen»?

Ich habe mich besonders auf den praktischen Teil gefreut, bei dem wir in die Rolle von Menschen mit körperlichen und kognitiven Behinderungen geschlüpft sind. Alle Teilnehmenden fanden dies sehr bewegend und haben grosses Engagement gezeigt.

Gab es eine Erkenntnis oder gar schon erste Gedanken bezüglich möglicher Inklusions-Massnahmen? Ihr nächster Schritt?

Jede Abteilung hat die Schulung mit einer persönlichen «Take-Home-Message» abgeschlossen: Was lässt sich im eigenen Angebot punkto Inklusion noch verbessern?

Was die Führungen & Veranstaltungen betrifft, haben wir einen Termin am 19. Oktober geplant, an dem einige Besucher zu uns kommen werden, um unsere Verbesserungen zu erproben – wie die Anpassung der Erklärweise bei Führungen, an denen Menschen mit einer Sehbehinderung teilnehmen. Dies ist nur ein Beispiel unter vielen.

Zudem verfügen alle Dienststellen, die an der Schulung teilgenommen haben, nun über eine einheitliche Grundlage, um die Herausforderungen der Inklusion bestmöglich zu meistern.

«Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen.»

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt? Würden Sie einen solchen Workshop Inklusion anderen Behörden, Firmen oder Organisationen empfehlen?

Meine Erwartungen wurden – ebenso wie die der anderen Teilnehmenden – deutlich übertroffen. Das Feedback ist begeistert. Die Präsentation von Leiterin Inklusion bei PluSport Daniela Loosli, aber auch die Anleitung durch die Botschafterinnen und Para-Athletinnen Romy Tschopp und Chantal Cavin war hervorragend.

In meiner Freizeit lebe ich für den Sport. Aber das Thema Inklusion und ein solches Coaching empfehlen sich nicht nur für die Sport-Community. Es ist für alle von grundlegender Bedeutung, die in direktem Kontakt mit der Öffentlichkeit arbeiten. Empathie, soziale Kompetenzen und Sensibilität sind Eigenschaften, die jedes Team und jede Institution nach vorne bringen.

Wenn Sie den heutigen Tag in einem Satz zusammenfassen müssten – wie lautet er?

Inklusion ist eine Visitenkarte für den Besucherdienst im Bundeshaus. Unsere Arbeit soll für alle, mit allen funktionieren.

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Inclusion Coaching – Inklusion verstehen und umsetzen

PluSport bietet wirkungsvolle Unterstützung bei der Inklusion. Von massgeschneiderten Workshops für Behörden, Schulen, Unternehmen und Vereine bis zur 1:1-Begleitung von Menschen mit Behinderung in konkreten Settings. Immer mit dem Ziel, Inklusion praktisch umsetzen zu können. 
Die Teilnehmenden in Workshops klären zentrale Begriffe, erleben unterschiedliche Behinderungsformen anhand praxisnaher Übungen und reflektieren Fragen zu Verhalten, Ethik und Grenzen. Darauf aufbauend entwickeln sie gemeinsam mit erfahrenen Inclusion Coaches praxisorientierte Lösungen für ihre eigene Funktion und ihren Arbeitsalltag.

So entsteht ein vertieftes Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse, mehr Sicherheit im Umgang mit Menschen mit Behinderungen und praktische Voraussetzungen für eine möglichst selbstbestimmte Teilhabe. 

Unser Inclusion Coaching wird unterstützt von der Beisheim-Stiftung, was uns eine sehr faire Tarifgestaltung erlaubt.

Erfahren Sie hier mehr übers Angebot
PluSport - Inclusion Coaching