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Zum Jahr der Freiwilligen - wenn Einsatz gelebt wird

2026 ist das Internationale Jahr der Freiwilligen. Die Schweiz gehört zu den Vorreitern, wenn es um Freiwilligenarbeit geht. Etwa 66% der Schweizerinnen und Schweizer leisten Freiwilligenarbeit. Davon rund 40% in Vereinen und Organisationen und das durchschnittlich rund vier Stunden in der Woche. 

Es sind beeindruckende Zahlen, die der Freiwilligen-Monitor 2025 im vergangenen Jahr veröffentlicht hat. Auch der Behindertensport ist auf Freiwilligenarbeit angewiesen. Zum Jahr der Freiwilligen geben wir deshalb Personen eine Plattform, die sich für PluSport und den Behindertensport einsetzen. 


«Für PluSport bin ich sowohl als technischer Leiter im Langlauf-Camp, wie auch in unserem Club PluSport Appenzeller Vorderland tätig. Mich inspiriert vieles bei beiden Tätigkeiten. Insbesondere bin ich umgeben von total engagierten Leiter:innen. Alle packen an, aber wirklich alle! Daraus haben sich teils auch richtig schöne Freundschaften entwickelt. Einen Freiwilligeneinsatz kann ich nur empfehlen. PluSport ist noch so etwas wie eine heile Welt. Von den Sportlerinnen und Sportlern und auch von deren Angehörigen kommt viel Positives. Wer sich bei PluSport engagiert, kommt nach jedem Anlass gut gelaunt nach Hause. Das Ganze ist sehr bereichernd. Schauen Sie einfach mal in einer Turnstunde oder Lager vorbei, Sie werden es nicht bereuen!»

Behindertensport ist für mich…
«…eine Oase auf einem Planeten wo etliches ausser Rand und Band geraten ist».


«Ich war schon als Schüler beeindruckt, wie Blinde oder sehbehinderte Menschen Ski gefahren sind. Ich selbst war zu dieser Zeit ein schlechter Skifahrer und kam mehr schlecht als recht im Tal an. Später in einem Training der Skischule, während meiner Ausbildung zum Schneesportlehrer, wo wir selbst auf Anleitung eines Trainers blind zu fahren und dem Hinweis dass es Ausbildungsmöglichkeiten zum Guide beim Behindertensportverband (heute PluSport) gibt, habe ich mich weitergebildet. Später habe ich selber ca. 40 Guides ausgebildet. Mich überrascht immer wieder, wie eine kleine Hilfestellung sehr viel bewegen kann. Sie überlegen es sich, zu helfen? Ich kann nur sagen: Nicht überlegen, sondern ausprobieren, bei welcher Sportart es am meisten Spass macht, jemanden Freude zu bereiten». 

Behindertensport ist für mich …
«…Ein grosser, wichtiger Anteil von meiner Freizeitbeschäftigung und eine Zufriedenheit anderen Menschen etwas zu ermöglichen, was ohne Unterstützung nicht möglich wäre».


«Freiwilligenarbeit ist für mich eine konkrete Möglichkeit, mich nützlich zu machen und zu etwas Grösserem beizutragen. Es ist ein freiwilliges Engagement mit dem Wunsch zu helfen, Verbindungen zu schaffen und an einer solidarischeren Gesellschaft mitzuwirken. Diese Arbeit bereichert mich enorm auf menschlicher Ebene. Sie hilft mir, mein Zuhören, meine Geduld und meine Offenheit zu entwickeln. Ich gewinne auch eine andere Perspektive auf das Leben, die oft einfacher, authentischer und auf das Wesentliche konzentriert ist. Die sehr natürliche Art von Menschen mit Behinderung bringt zudem eine echte Frische in den Austausch. Humor spielt dabei eine zentrale Rolle: Er schafft Verbindung, entschärft schwierige Situationen und ermöglicht ehrliche Momente. Ein prägender Moment für mich war, als mir bewusst wurde, welche Wirkung reine Präsenz haben kann. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich nichts Aussergewöhnliches getan habe – ich war einfach da, redete und teilte einen Moment – und ich sah, wie es den Tag eines Menschen sichtbar erhellt hat. Dieses Erlebnis hat mich tief bewegt und mir gezeigt, dass auch das kleinste Engagement einen echten Mehrwert hat. Seither engagiere ich mich noch intensiver und mit stärkerem Bewusstsein für den Sinn dahinter. Ich erinnere mich immer wieder gerne an einen spontanen Lachanfall, den wir gemeinsam hatten. Ein Moment, in dem alle lachten und nicht mehr aufhören konnten, einfach weil der Augenblick so leicht und ehrlich war. Mich hat beeindruckt, wie sehr man den Moment geniessen kann, ohne Zurückhaltung. Diese unbeschwerten Augenblicke bleiben und erinnern mich daran, warum ich mich engagiere.
Freiwilligenarbeit kann ich nur empfehlen. Denn sie bereichert den Gebenden genauso wie den Empfangenden. Sie hilft, die eigene Komfortzone zu verlassen, andere Lebensrealitäten kennenzulernen und die Welt offener zu betrachten. Man begegnet inspirierenden Lebensgeschichten, lernt zu relativieren und versteht andere – und auch sich selbst – besser. Zugleich gibt sie dem eigenen Tun Sinn. In einem oft von Verpflichtungen geprägten Alltag schafft sie echte Momente, in denen der Mensch im Zentrum steht. Viele zögern, weil sie glauben, nicht genug Zeit oder Fähigkeiten zu haben. Doch oft genügt schon wenig, um einen Unterschied zu machen. Jeder kann auf seine Weise etwas beitragen und häufig bekommt man mehr zurück, als man gibt: durch Begegnungen, Emotionen und bleibende Erinnerungen».

 

Behindertensport ist für mich…
«Behindertensport ist für mich weit mehr als nur körperliche Aktivität. Er ist ein Raum der Freiheit, des Miteinanders und der Selbstüberwindung, in dem Unterschiede in den Hintergrund treten und der Mensch im Mittelpunkt steht. Besonders berührt mich die Energie und Spontaneität, die dort spürbar sind. Und vor allem der Humor: ein einfacher, manchmal unerwarteter, aber immer ehrlicher Humor, der alles leichter macht und starke Verbindungen schafft. Man lacht viel, oft über Kleinigkeiten, doch genau diese Momente haben einen grossen Wert. Sie zeigen, dass Sport im Kern auch Freude, Gemeinschaft und guttuende Erlebnisse bedeutet. Es ist eine Welt, die ebenso viel Freude wie Erkenntnisse schenkt und immer etwas Positives hinterlässt».