Arsim – Teil der Gemeinschaft

Spiel. Satz. Teilhabe.

Zwischen Aufschlägen und Gesprächen entsteht im Tenniscenter Urdorf etwas Besonderes: Für Arsim und viele andere ist dieses Training weit mehr als Sport – es ist ein Ort der Zugehörigkeit.

 

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Jeden Freitagabend wird es im Tenniscenter Urdorf lebendig. An diesem Tag trainieren zwei Gruppen des PluSport Amt und Limmattal unter der fachkundigen und liebevollen Leitung von Marie-Anne. Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen können hier aktiv auf einem Tennisplatz trainieren, während auf den anderen Plätzen Menschen ohne Beeinträchtigung spielen. Das Angebot wird sogar überregional in Anspruch genommen. So reisen ein Teilnehmer und auch ein Leiter jeden Freitag extra aus Rümlang an.

Ein Angebot, das verbindet

Im Tenniscenter Urdorf ist Inklusion nicht nur ein Gedanke, sondern gelebte Realität. Die Tennisplätze werden PluSport kostenlos zur Verfügung gestellt, was alles andere als selbstverständlich ist und sehr geschätzt wird. Doch dabei bleibt es nicht. Mit einem Charity-Turnier wurde zusätzlich Sportmaterial für die Gruppe finanziert.

Inklusive Begegnungen finden nicht nur auf dem Tennisplatz, sondern auch im Café des Tenniscenters statt. PluSportlerinnen und -sportler interagieren mit den anderen Gästen, kommen in Gespräche und setzen sich an dieselben Tische. So tut es auch Arsim. Der sportliche Mann hat eine geistige Behinderung und besucht seit mehr als zehn Jahre verschiedene PluSport-Angebote. Neben dem Tennis nimmt er an der Polysport-Gruppe teil und ist an fast jedem Turnfest anzutreffen. So war er letztes Jahr am Eidgenössischen Turnfest in Lausanne und freut sich diesen Sommer wieder beim PluSport-Tag dabei zu sein.

Arsim – Teil der Gemeinschaft

Arsim ist sehr höflich und gesprächig. Bevor er sich an jenem Freitag an einen Tisch setzte, fragte er freundlich beim Gegenüber um Erlaubnis und stellte sich mit Händedruck vor. Tennis und Velofahren zählen zu seinen Hobbies, die ihm einen Ausgleich zu seinem Arbeitsalltag bieten. Er arbeitet bei einer Stiftung im zweiten Arbeitsmarkt und erledigt verschiedene Verpackungen. Wenn er nicht gerade Sport treibt, ist er in seiner Freizeit auch sehr gerne mit seiner Familie unterwegs. Amüsiert und stolz erzählt er, wie er die letzte Partie UNO gegen seinen Bruder gewonnen hat. Mit seinem Bruder, der sich als Fussballtrainer engagiert, hat er einen sehr engen Kontakt und er begleitet ihn regelmässig an verschiedene Fussballspiele.

Bevor er sich auf den Tennisplatz begibt, sieht er noch seine alte Schulzahnpflegerin. Natürlich begrüsst er auch sie mit einem Händedruck und fragt sie freundlich, wie es ihr geht, bevor er sich zum Tennis spielen verabschiedet. Lachend erzählt sie, wie sie Arsim in der Schule, als er noch ein kleiner Junge war, beim Zähne putzen geholfen hat. Sie meint, dass er schon immer sehr offen und zugänglich war. Auch möge er es, wenn er Komplimente erhält und sich besonders fühlen darf.

Individuelle Förderung auf dem Platz

Am Freitagabend steht für ihn aber das Tennis im Mittelpunkt. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen folgen gezielte Übungen. Marie-Anne legt grossen Wert darauf, dass das Training nicht nur eine Zeitbeschäftigung oder Bewegungsmöglichkeit ist. Sie möchte die Tennisfähigkeiten der Teilnehmenden aktiv fördern. So gibt es zwei Gruppen, die nach Leistungsniveau unterteilt sind. Die Teilnehmenden haben geistige Behinderungen oder Hemiplegie. Marie-Anne geht beim Training individuell auf die spezifischen Bedürfnisse und Behinderungen der Teilnehmenden ein. So führen jene Teilnehmende, die durch ihre Hemiplegie eine einseitige Armlähmung haben, ihren Aufschlag nur mit einem Arm aus. Das bedeutet, dass Sie den Ball und den Tennisschläger in der gleichen Hand haben und so aufschlagen.

Arsim das Tennisass

Arsim hat keine körperlichen Schwierigkeiten und flitzt gekonnt über den Platz. Bei ihm liegen Herausforderungen in der Spielstrategie oder dem Merken von Trainingseinheiten. Marie-Anne fördert ihn gekonnt und gibt Arsim spezifische Anweisungen, was er sehr schätzt. An diesem Freitag läuft das Training besonders gut. Arsim zeigt, was er kann, und freut sich, dass alles mit der Kamera dokumentiert wird. Er fragt nach, ob gute Bilder aufgenommen wurden und entschuldigt sich, wenn er mal einen Ball nicht trifft. Die Schweissperlen rollen ihm vom Gesicht runter und sein Lächeln strahlt.

Nach dem Training folgt das Abschlussritual. Die Teilnehmenden besprechen ihre Leistungen in einem Kreis, klatschen sich ab und gehen zufrieden nach Hause. Auch Arsim verabschiedet sich erschöpft, aber glücklich vom Training. Natürlich darf ein richtiger Händedruck nicht fehlen und er erteilt der Leiterin Komplimente für das Training.


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Eine Frau mit langen braunen Haaren und einem weißen Hemd mit Kragen steht vor einer hellen, strukturierten Wand und blickt selbstbewusst in die Kamera.

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