never walk alone
Thibault Sprenger: Para-Triathlet aus Leidenschaft
Thibault Sprenger ist ein aussergewöhnlicher Para-Triathlet, der die Leidenschaft zum Triathlon erst vor zwei Jahren durch ein Versprechen gefunden hat. Im vergangenen Februar war er Teil der Mannschaft, die von Oron nach Mailand gelaufen, gefahren und gerudert ist. Der Neurowissenschaftler aus Lausanne erzählt uns im Interview, wie er zum Sport gefunden hat und wie eindrücklich für ihn die Tour war.
Wie sind Sie zum Triathlon gekommen?
Ich bin durch meinen Zimmernachbarn in der Clinique romande de réadaptation, Andreas, zum Triathlon gekommen. Wir teilten sechs Monate lang ein Zimmer. Er hatte vor seinem Unfall Triathlon betrieben. Wir wurden Freunde und versprachen uns, nach unserer Entlassung gemeinsam an einem Wettkampf teilzunehmen. Leider konnten wir das bisher noch nicht umsetzen.
Ich habe mich entschieden, trotzdem einen Triathlon zu machen – für uns beide. So hat alles angefangen.
Seit wie vielen Jahren absolvieren Sie Triathlons?
Meinen ersten Triathlon habe ich im September 2024 als persönliche Herausforderung absolviert. Vor meiner Amputation im September 2023 bin ich nie gerannt. Ich schwamm zwar gelegentlich, aber nie im Wettkampf.
Heute ist mein Ziel, Para-Triathlon auf Elite-Niveau zu betreiben und bereits ab dieser Saison an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen.
Sie haben an der Tour von Oron nach Mailand teilgenommen. Wie war das?
Es war ein aussergewöhnliches Abenteuer – sportlich, aber vor allem menschlich. Wieder einmal war es eine Reihe von Begegnungen, die mir die Teilnahme an diesem grossartigen Event ermöglicht hat und mich in dieses unglaubliche Team geführt hat. Diese Begegnungen sind das Wertvollste, was bleibt.
Was waren dabei Ihre grössten Herausforderungen?
Die Herausforderungen waren zahlreich. Die grösste für mich war jedoch die Ausdauer. Einerseits so viele Kilometer über mehrere Tage intensiver Belastung zu bewältigen und andererseits zwischen verschiedenen Disziplinen zu wechseln und dies insbesondere am ersten und letzten Tag.
Was war Ihr Highlight?
Die gesamte Herausforderung war ein Highlight. Der emotionalste und stärkste Moment bleibt jedoch der Zieleinlauf. Das gemeinsame Erleben des Stolzes mit allen Teammitgliedern und das Teilen dieses einzigartigen Augenblicks.
Wie war die Stimmung im Team?
Die Atmosphäre war unglaublich. Es gab sowohl Ernsthaftigkeit als auch Leichtigkeit. Das gab Sicherheit auf der Strecke und erlaubte es uns gleichzeitig, den Moment voll zu geniessen. Es ging nicht um Leistung, sondern um Ausdauer und Zusammenhalt unter den Athleten, aber vor allem auch mit dem aussergewöhnlichen Staff, der Grossartiges geleistet hat, um diese Reise möglich zu machen.
Wie sind Sie zu dieser Veranstaltung gekommen?
Dank PluSport habe ich Marc Platel kennengelernt, ein Mitglied des Organisationskomitees von Oron–Milan. PluSport, die mir auch geholfen hatten, eine Laufprothese zu bekommen, kontaktierte mich und stellte mir das Projekt vor. Zunächst sollte ich eine Etappe im Namen von PluSport absolvieren. Ich habe jedoch sofort gesagt, dass ich, wenn möglich, die gesamte Strecke mitmachen möchte. Ich fand das Projekt von Anfang an grossartig.
Was sind Ihre nächsten sportlichen Ziele?
Ich bereite mich derzeit auf die Triathlonsaison mit mehreren Wettkämpfen im In- und Ausland vor, beginnend im Mai.
Langfristig ist mein Ziel, zur Weltelite im Para-Triathlon zu gehören und mich für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren.
Was bereitet Ihnen Freude?
Was mir in den letzten Jahren am meisten Freude bereitet hat, sind all die unglaublichen Begegnungen, die ich machen durfte und die mich zutiefst inspiriert haben. Ausserdem sind es die Projekte, die ich im Para-Triathlon, aber auch allgemein im Behindertensport verfolge.
Von Oron nach Mailand: Fünf Tage voller Einsatz und Emotionen
Fünf Tage lang wurden die Strassen der Schweiz und Italiens zur Bühne eines aussergewöhnlichen sportlichen und menschlichen Abenteuers. Der Event Oron–Mailand 2026 vereinte Athlet:innen, Helfer:innen und Freiwillige rund um ein gemeinsames Ziel: körperliche und mentale Grenzen zu überwinden, um PluSport zu unterstützen. Am Ende dieser Reise, die Laufen, Rudern, Radfahren und Skitouren miteinander verband, wurden fast 400 Kilometer zurückgelegt.