Ausbildung
Gemeinsam stark: Ausbildung im Behindertensport
Seit dem 1. Januar 2026 wird die Ausbildung im Behindertensport durch Sport+Handicap Education angeboten. PluSport, die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung und Procap haben ihre Kräfte gebündelt und treten nun gemeinsam gestärkt im Markt auf. Wie die ersten Monate verlaufen sind, erläutert Davide Bogiani, verantwortlich für die Ausbildungen im Schneesport.
Davide, wie läuft die Zusammenarbeit seit Start?
Die Zusammenarbeit ist seit dem Start insgesamt sehr positiv verlaufen. Bereits in der Anfangsphase – als die Idee entstand, Organisationen wie Procap, PluSport und die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung zusammenzuführen – war der gemeinsame Enthusiasmus deutlich spürbar. Gleichzeitig war uns allen bewusst, dass ein solcher Zusammenschluss auch Herausforderungen mit sich bringt. Jede Organisation verfügt über gewachsene Strukturen, eigene Erfahrungen und eine spezifische fachliche Tiefe. Gerade im Schneesportbereich wurde früh erkannt, dass Weiterentwicklungen notwendig waren, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang haben wir beispielsweise die Ausbildungsstruktur klarer differenziert, um sowohl höchste Qualitätsansprüche als auch praxisnahe Einsatzmöglichkeiten optimal abzudecken.
Was waren die grössten Herausforderungen in den ersten Monaten?
Die grössten Herausforderungen lagen in der Zusammenführung unterschiedlicher Inhalte, Ansätze und Ausbildungsphilosophien. Die beteiligten Organisationen brachten jeweils eigene Modelle mit, die es zu harmonisieren galt. Im Schneesportbereich – meinem Haupttätigkeitsfeld – war ein zentraler erster Schritt die Entwicklung eines gemeinsamen Bewertungsinstruments für unsere Module. Darüber hinaus haben wir gezielt an einer einheitlichen visuellen Identität gearbeitet, unter anderem durch eine gemeinsame Bekleidung für die Expertinnen und Experten. Dies stärkt sowohl die Wahrnehmung nach aussen als auch den Zusammenhalt im Team. Ein weiterer bedeutender Meilenstein ist das Projekt «SnowHow», ein gemeinsam entwickeltes digitales Lehrmittel.
Was sind die nächsten Entwicklungsschritte?
Im Schneesport liegt der Fokus als nächster Schritt auf der Erarbeitung detaillierter Kursdossiers. Diese sollen die Inhalte und methodischen Ansätze der Ausbildung für die verschiedenen Disziplinen und Behinderungsformen klar und nachvollziehbar beschreiben. Ziel ist es, eine einheitliche und verbindliche Grundlage für die Ausbildung zu schaffen.
Wie habt ihr unterschiedliche Kulturen und Arbeitsweisen zusammengeführt?
Die unterschiedlichen Kulturen und Arbeitsweisen sind auch heute noch spürbar und zeigen sich in verschiedenen Ausbildungsansätzen. Ihre Angleichung ist ein langfristiger Prozess, der Zeit, Offenheit und gegenseitiges Verständnis erfordert. Hinzu kommen unterschiedliche IT-Systeme, mit denen sich alle Beteiligten erst vertraut machen müssen. Entscheidend ist jedoch, dass alle Partner eine gemeinsame Grundhaltung teilen: den Anspruch, ein qualitativ hochwertiges, nachhaltiges und zukunftsfähiges Ausbildungsangebot zu entwickeln. Diese gemeinsame Vision bildet das Fundament unserer Zusammenarbeit.
Was motiviert dich persönlich bei diesem Projekt?
Besonders motivierend ist für mich der Pioniercharakter dieses Projekts. Wir bewegen uns in einem anspruchsvollen und zugleich gesellschaftlich sehr relevanten Bereich und haben die Möglichkeit, aktiv zur Weiterentwicklung des Behindertensports beizutragen. Trotz bestehender Herausforderungen bin ich überzeugt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Es geht nicht nur um die Erreichung kurzfristiger Ziele, sondern um eine langfristige Vision: den Aufbau einer starken, einheitlichen Struktur im Behindertensport. Diese Perspektive treibt mich persönlich an und gibt meiner Arbeit eine klare Bedeutung.
Unsere Vision ist es, ein attraktives Bildungsangebot in Sport, Behinderung und Inklusion anzubieten und es im Schweizer Sportsystem zu integrieren.
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