Drei Snowboarder mit Helmen und nummerierten Westen rasen eine verschneite Piste hinunter und fliegen über einen Grat. Rechts sind ein rotes Sicherheitsnetz und eine Flagge vor einem grauen Himmel zu sehen.
FIS Para Snowboard World Cup Lenk

Die Lenk im Weltcup-Fieber

Vom 21. bis 23. Januar 2026 stand der Betelberg an der Lenk im Simmental erneut im Zeichen des internationalen Para-Snowboardcross. Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr trafen sich beim FIS Para-Snowboardcross Europa- und Weltcup wieder die besten Athlet:innen, um wertvolle Weltcup-Punkte und wichtige Platzierungen im Hinblick auf die Paralympischen Winterspiele in Milano Cortina im März zu erkämpfen.

21. - 23.01.2026

Ohne Schweizer Beteiligung am letzten Tag, aber mit einem sehr positiven Resümee ging der FIS Para-Snowboardcross Europa- und Weltcups auf dem Betelberg in der Lenk zu Ende.

Im abschliessenden Teambewerb am Betelberg setze sich das Duo Cecile Hernandez/Maxime Clarking aus Frankreich im Europacup an die Spitze. Der Sieg im Weltcup ging mit Yanhong Geng / Yonggang Zhu nach China. Die abschliessenden Rennen danden ohne Schweizer Beteiligung statt.

An den ersten beiden Wettkampftagen konnte die Schweiz dafür jubeln: Aron Fahrni zeigte an beiden Tagen starke Leistungen und belegte jeweils Rang drei in der Kategorie SB-UL und zeigte sich sehr zufrieden: «Kleinigkeiten gibt es noch zu analysieren, doch unterm Strich hat alles sehr gut geklappt.»

Teamkollege Fabrice von Grünigen (SB-LL2) verpasste am zweiten Tag als Vierter knapp das Podest, nachdem er am Vortag Fünfter geworden war. Sandro Bohnet (SB-LL1) erreichte im Europacup einmal Rang vier und verpasste am zweiten Tag das grosse Finale.

Perfekte Organisation am Betelberg

Neben den sportlichen Leistungen wurde auch die Organisation der Europa- und Weltcup-Station gelobt. Aron Fahrni meinte: «Es hat alles wie am Schnürchen geklappt, so hatte ich den Kopf frei für die Rennen.»

Die Veranstaltung profitierte von der engen Zusammenarbeit zwischen PluSport, den Bergbahnen Adelboden-Lenk, Lenk-Simmental Tourismus sowie weiteren lokalen und nationalen Partnern, die gemeinsam für reibungslose Abläufe und optimale Bedingungen sorgten. «Die Kooperation mit all unseren Partnern war hervorragend. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Athlet:innen voll auf den Wettkampf konzentrieren konnten», erklärte René Pfister, Bereichsleiter Marketing und Kommunikation bei PluSport.

Vor sechs Jahren entstand die Vision, in Lenk einen inklusiven Trainings- und Sportstützpunkt zu schaffen, mit dem Ziel, 3–5 Schweizer Athlet:innen zu den Paralympischen Winterspielen nach Milano-Cortina zu bringen. Pfister betont: «Heute ist diese Vision Realität: Wir werden mehrere Athlet:innen bei den Paralympics sehen. Zusätzlich hat das Projekt das Bewusstsein für den Para-Sport in der Region deutlich gestärkt. Das macht uns stolz, und wir haben bereits neue Ideen, die wir bald gemeinsam mit unseren Partnern umsetzen möchten.»

Fotos: Samira Sutter & Alexandra Blum/FIS

Sportklassen

SB-LL1: Behinderung am Unterkörper (leichtere Ausprägung)
SB-LL2: Behinderung am Unterkörper (stärkere Ausprägung)

SB-UL: Behinderung an einem oder beiden Armen

Um an Para Snowboard-Wettkämpfen teilnehmen zu können, müssen die Athlet:innen eine Beeinträchtigung haben, die zu einer der folgenden Formen gehört:

  • Beeinträchtigte Muskelleistung
  • Beeinträchtigung der Gliedmassen
  • Beinlängenunterschied
  • Hypertonie
  • Ataxie
  • Athetose
  • Beeinträchtigung des passiven Bewegungsumfangs

Nationalmannschaft

Aron Fahrni

Jahrgang: 1998
Wohnort: Oberthal BE
Disziplinen: Para Snowboard (Banked Slalom und Snowboardcross)
Behinderung: Subtotale Plexusparese, Einschränkung linker Arm
Social Media: Instagram, Facebook, LinkedIn
Homepage: Aron Fahrni
Beruf: Snowboarder
Hobbies: Sport, Musik, Kunst, Handwerkliches
Motto: Versuche nicht ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller - Albert Einstein

Romy Tschopp

Jahrgang: 1993
Wohnort: Sissach BL
Disziplinen: Snowboardcross, Banked Slalom
Behinderung: Spina bifida
Social Media: Instagram Facebook
Homepage: www.romytschopp.ch
Beruf: Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung
Hobbies: Sport in der Natur am liebsten gemeinsam mit tollen Menschen.
Motto: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Fabrice Aimon von Grünigen

Jahrgang: 2001
Wohnort: Turbach BE
Disziplinen: Banked Slalom, Snowboard Cross
Behinderung: Vorderfussamputation rechts
Social Media: Instagram
Beruf: Gelernter Metallbauer EFZ / Outdoor Guide
Hobbies: Biken, Golfen, Klettern, Snowboarden
Motto: Z Bode chunsch ging

Elite-Kader

Sandro Bohnet

Jahrgang: 1996
Wohnort: Naters VS
Disziplinen: Snowboard Banked Slalom und SBX
Behinderung: Oberschenkelamputation rechts
Beruf: Informatiker EFZ
Hobbies: Games, Zeichnen, Fischen
Motto: Aussteigen war nie eine Option

Kevin Fetz

Jahrgang: 1990
Wohnort: Laax GR
Disziplinen: SBX & BSL
Behinderung: Arthogryposis Multiplex Congenita
Social Media: Instagram LinkedIn
Homepage: www.kevinfetz.com
Beruf: Retail Sales Coach, Oakley
Hobbies: Biken, Klettern, Fotografieren, Laufen und mein Hündin Sira
Motto: Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.

Förderkader

Timo Neukomm

Jahrgang: 1994
Wohnort: Windisch AG
Behinderung: Armverkürzung

Laurin Zimmermann

Jahrgang: 2015
Wohnort: Weesen SG
Behinderung: Beidseitige Umserschenkel-Amputation und beide Teilhände

Trainer

Silvan Hofer
Nationaltrainer Para Snowboard

hofer(at)plusport.ch

René Pfister
Bereichsleiter Marketing & Kommunikation

+41 44 908 45 13

Mail

Projektpartner

Eine Gruppe von Snowboardern mit Helmen und Brillen sitzt und kniet auf einer verschneiten Piste und bereitet sich auf die Fahrt vor, mit einem klaren blauen Himmel und schneebedeckten Bergen im Hintergrund.

Einstieg ins Para-Snowboarden

bei den inklusiven Shred Days von Swiss Ski.

Hier können interessierte Snowboarder:innen mit Beeinträchtigung gemeinsam mit erfahrenen Coaches Fähigkeiten weiterentwickeln.

25. Januar 2026 - Mythenregion 
08. Februar 2026 - Grindelwald
15. Februar 2026 - Lenk

Jetzt anmelden

Für Teilnehmende mit Beeinträchtigung besteht keine Altersbeschränkung.

Aktuelles zum Para Snowboard

Robin Cuche mit Freudentränen nach der Goldmedaille in der Abfahrt, bevor er in den folgenden Tagen drei weitere Male aufs Podest steigt. Fabrice von Grünigen, der nach einem Sturz und einer Gehirnerschütterung Silber im Banked Slalom feiert. Emerick Sierro, wie er den Teamkollegen strahlend von seinem 9. Rang in der Alpinen Kombination und im Riesenslalom erzählt.

Es sind Bilder, die für die diesjährigen Paralympics stehen. Bilder, die noch lange nicht vergessen werden dürften, und Bilder, die nach dem letzten Wettkampf mit Schweizer Beteiligung zu einer enorm positiven Bilanz führen.

Bestes Resultat seit 24 Jahren

«Wir wollen die Schweiz stolz machen. Und dazu gehören Medaillen.» Das sagte Tom Reulein, der Chef de Mission, vor dem Beginn der Paralympics. Drei Mal Edelmetall lautete das offizielle Ziel der Schweizer Delegation, doppelt so viele Medaillen sind es geworden. «Das offizielle Ziel ist immer das, was man unter allen Umständen erreichen will», so Reulein, der lachend ergänzt: «Sechs Medaillen zu gewinnen ist absolut aussergewöhnlich.»

Hinzu kommen drei Diplome. «Ich kann mich gar nicht daran erinnern, als die Schweiz letztmals besser war», so der Delegationsleiter. Vor 24 Jahren war das, als es in Salt Lake City 2002 zwölf Medaillen regnete. Damals waren die Wettkampfklassen jedoch noch nicht in drei Kategorien zusammengelegt und es gab deutlich mehr Medaillensätze. Seit Turin 2006 hat es maximal dreimal Edelmetall gegeben. Und das, obwohl die Delegation bis auf 2014 immer grösser war als die diesjährige.

Der Erfolg in Italien liegt, so beschreibt es Reulein, in einer «absolut konsequenten, leidenschaftlichen Herzblutarbeit des gesamten Teams über die Saison und hier in Cortina». Aber vor allem haben die Athleten dem Druck stand gehalten und das sei überhaupt nicht selbstverständlich. «Diese sechs Medaillen lassen sich gar nicht hoch genug einschätzen.»

Cuche, von Grünigen und Fahrni auf dem Podest

Angeführt wird der Schweiz-interne Medaillenspiegel von Robin Cuche - dem «Robinator», wie er von seinem Bruder nach dem Abfahrtssieg getauft wurde. Vier Podestplätze in fünf Rennen weist er vor. «Diese vier Medaillen, das kann man nicht planen. Klar, er hatte immer das Potenzial dazu. Aber es auch umzusetzen, das ist Wahnsinn.»

Dahinter reiht sich Fabrice von Grünigen mit Silber ein. War er im Snowboardcross-Training am Tag der Eröffnungsfeier noch gestürzt, bekam er nur sieben Tage später Edelmetall umgehängt. Reulein sagt: «Diese Geschichte, von der Gehirnerschütterung auf das Podest. Davon werden wir noch in fünfzig Jahren sprechen.»

Geschichte geschrieben hat auch sein Teamkollege Aron Fahrni mit Bronze im Snowboardcross. So ist er in Cortina der erste Schweizer Snowboarder mit einer paralympischen Medaille überhaupt. Ein grosser Erfolg für das Team rund um Nationalcoach Silvan Hofer.

Was den Chef de Mission ebenfalls freut, ist ein Diplom. Jenes von Pascal Christen, das sich der Monoskibobfahrer im Riesenslalom am Freitag sicherte. «Er hatte öfters mit Ausscheiden zu kämpfen, aber wie er diesen Riesenslalom-Lauf runtergezogen hat. Da kriege ich Gänsehaut.»

Gänsehaut dürfte die Schweizer Delegation noch lange kriegen, wenn sie auf die Paralympics in Cortina zurückblickt. Wegen der Medaillen. Wegen der Emotionen. Wegen Karrieren, welche die paralympische Krönung fanden. Und viel mehr noch: Wegen der Geschichten, die geschrieben wurden.

Foto: Swiss Paralympic / Gabriel Monnet