Beim Empfang im Bellevue Palace wurden die Leistungen der Athleten von PluSport, Swiss Paralympic und der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Sport, Politik und Gesellschaft gewürdigt. Das Paralympic Swiss Team hatte ihr ursprünglich gesetztes Ziel von drei Medaillen in Milano Cortina 2026 deutlich übertroffen und einige besondere Geschichten geschrieben.
Sechs Medaillen, drei Diplome und eine fast unglaubliche Geschichte
Skifahrer Robin Cuche krönte sich mit zweimal Gold (Abfahrt, Super G), einmal Silber (Riesenslalom) und einmal Bronze (Slalom) zum erfolgreichsten Athleten des Schweizer Teams. Dem 27-jährigen «Robinator», wie er von seinem Bruder nach der Abfahrt getauft wurde, fehlten kurz nach seinem vierten Medaillengewinn selbst die Worte: «Es ist einfach unglaublich.»
Unglaublich ist auch die Geschichte von Snowboarder Fabrice von Grünigen. Am Tag der Eröffnungsfeier zog sich der 24-jährige Berner bei einem Sturz eine Gehirnerschütterung zu – wie lange er pausieren müsste, war zunächst ungewiss. Dass er wenige Tage später im Banked Slalom die Silbermedaille gewann, zeugt von beeindruckendem Kampfgeist und grosser mentaler Stärke.
Sein Teamkollege Aron Fahrni sorgte ebenfalls für einen historischen Moment: Mit Bronze im Snowboardcross gewann er die erste Schweizer Snowboard-Medaille an Paralympics überhaupt. Kurz nach seinem Erfolg dachte der 27-Jährige vor allem an jene, die ihn unterstützt hatten: «Ich freue mich sehr und bin erleichtert für die Leute im Staff, die eine hervorragende Arbeit geleistet haben.»
Auch diese Arbeit, die oft hinter den Kulissen geleistet wird, wurde von PluSport, Swiss Paralympic und der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung beim Anlass in Bern gewürdigt. Stellvertretend für das gesamte Betreuerteam wurden Mauritz Trautner, Nationaltrainer Ski Alpin, sowie Silvan Hofer, Nationaltrainer Snowboard, auf der Bühne geehrt.
Neben den Medaillen durfte sich die Schweiz auch über drei paralympische Diplome und zwei Top 10-Plätze eines Newcomers freuen. Die Diplome gingen an Théo Gmür (6. Rang, Abfahrt stehend), Pascal Christen (8. Rang, Riesenslalom sitzend) und Aron Fahrni (5. Rang, Banked Slalom). Als Newcomer überraschte der 19-jährige Waadtländer Emerick Sierro mit zwei Top 10- Plätzen im Ski alpin.
Tom Reulein: «Leidenschaftliche Herzblutarbeit des gesamten Teams»
Das ursprünglich gesetzte Ziel von drei Medaillen wurde an den Paralympics verdoppelt. Für Tom Reulein, Chef de Mission, sind diese Leistungen das Resultat jahrelanger Aufbauarbeit: «Es ist das Ergebnis einer absolut leidenschaftlichen Herzblutarbeit des gesamten Teams.»
Der Abend sendete aber auch eine starke Botschaft an die Öffentlichkeit: Der paralympische Sport steht für Leistung, Leidenschaft und Inspiration. Die Athleten sind Vorbilder weit über den Sport hinaus. Sie zeigen, dass Herausforderungen und Grenzen überwunden werden können.
Zusammenarbeit im paralympischen Sport
Der Anlass im Bellevue Palace in Bern war zugleich ein Dankeschön an alle, die zu diesen Erfolgen beitragen: Trainer, Betreuende, Familien, Sponsoren sowie zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer. Ohne dieses Netzwerk wäre Spitzenleistung im paralympischen Sport nicht möglich.
PluSport, Swiss Paralympic und die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung betonten auch die Bedeutung der Zusammenarbeit für die Weiterentwicklung des Para-Sports. Gemeinsam setzen sich die beiden Verbände und die Stiftung dafür ein, optimale Rahmenbedingungen für Athletinnen und Athleten mit Behinderung zu schaffen und den paralympischen Sport in der Schweiz nachhaltig zu fördern.
Fotos: (c) Fotowerder | Daniel Werder