Botschafter- und Athleten-Geschichten

Helden wollen auch helfen

Sie alle waren und sind aktiv: Teilnehmer an den Paralympischen Spielen, Amateursportler und Trainer. Sie alle vertreten PluSport weltweit. Hier sprechen sie über die Motivation, die sie antreibt, sich mit Leib und Seele für den Behindertensport einzusetzen.

Jan Bollhalder

«Ich durfte früher dank PluSport an Sport-Camps teilnehmen, bei denen ich das Skifahren lernte. Dieser Sport wurde in den vergangenen Jahren immer wichtiger für mich. Ich möchte gerne die Leiterausbildung Ski Alpin machen. Zudem darf ich heute als Botschafter für PluSport unterwegs sein und so meine Erfahrungen mit meiner Behinderung im Alltag den Mitmenschen näher bringen. PluSport hat mich schon früher geprägt – und ist auch heute noch wichtig für mich.»


Chantal Cavin

«Ich hatte schon vor über 20 Jahren Kontakt mit PluSport. Das war an meiner ersten Schweizermeisterschaft im Schwimmen. Meine Sportkarriere dauert zum Glück sehr lang. Nach dem Schwimmen und Triathlon bin ich heute beim Marathon angelangt. Ob als Sportlerin, Praktikantin auf der Geschäftsstelle, Botschafterin oder als Projektleiterin Nachwuchs: Ich bin vielseitig und eng mit PluSport verbunden. Der Nachwuchs liegt mir sehr am Herzen, und ich hoffe, dass ich meine Erfahrungen weitergeben kann.»


Lukas Hendry

«Mit meiner Erblindung 2002 fand ich den Weg zurück zur Leichtathletik und startete gleich so richtig durch. Bei der EM in Assen 2003 setzte ich ein klares Zeichen – als Sprinter und vor allem als Weitspringer. Ich hüpfte fast auf der ganzen Welt in den Sand, teils mit Medaillen- Erfolg. Andererseits schraubte ich den Schweizerrekord auf 6,01 Meter hoch. Nach weiteren Teilnahmen bei Grossanlässen (EM/WM/Paralympics) ging meinen Guides 2012 die Puste aus. So sprang ich ins Familienglück, habe heute vier Kinder und bin als Botschafter oder als Referent anzutreffen. Das Feuer für Sport erlischt aber bekanntlich nie. Ich trainiere einmal die Woche mit meiner Personaltrainerin und gemeinsam haben wir den Strong-Man-Run in Engelberg anvisiert.»


Theres Huser

«Ich war damals so richtig ‹angefressen› vom Biathlonsport. Dank den Langlaufskiern konnte ich trotz meiner Beinbehinderung so richtig Vollgas geben, ich lebte meinen Bewegungsdrang aus. 21 Jahre sind schon vergangen, seit ich in Nagano die paralympische Goldmedaille gewonnen habe. Der Sport hat mich bis heute nicht losgelassen. Ich geniesse Langlaufen im Winter und Handbiken im Sommer. Als Botschafterin möchte ich aufzeigen, dass man Grenzen sprengen kann. Egal ob mit oder ohne Handicap.»


Urs Kolly

«1989 hatte ich meinen Unfall im Militär und verlor den Unterschenkel. Drei Jahre später gewann ich an den Paralympics in Barcelona die erste Goldmedaille. Das motivierte mich unglaublich. Insgesamt gewann ich sieben Gold- und eine Bronzemedaille an fünf Paralympics. Vor dem Unfall habe ich die Leichtathletik von Grund auf gelernt. Auch danach habe ich mit meinem Team immer versucht, trotz der Amputation die Bewegungsabläufe gleich zu absolvieren wie ohne Einschränkung. Ich erhielt dafür sehr viel Respekt von Trainern und Athleten aus der ganzen Welt.

Während meiner aktiven Zeit von 22 Jahren hatte ich riesigen Spass und enorme Freude.

Seit 2007 habe ich meine eigene Käserei. Sie war immer schon mein Traum. PluSport bietet ein grosses Sportangebot an. Es ist eine Freude zu sehen, dass nicht nur der Spitzensport unterstützt wird, was PluSport alles bewegt. Die angebotenen Dienstleistungen sind für alle von grossem Nutzen.»


Armin Köhli

«PluSport ist Schicksal – und zwar meines. Vor bald 25 Jahren bin ich zufällig auf PluSport gestossen. Ich war auf der Suche nach Velorennen, bei denen Menschen mit Behinderung gleiche Chancen haben. Die Suche führte mich bis zu den Paralympics – und auch wieder davon weg zu gewöhnlichen und verrückten Rennen für alle Menschen. PluSport unterstützte mich, auch dort meine Chancen zu suchen. Heute kann ich als PluSport- Botschafter zeigen, was leben mit einem Handicap bedeutet, welche Voraussetzungen es für Chancengleichheit braucht, und wie man andere Zukunftsaussichten finden kann.»


Elena Kratter

«Mit 11 Jahren hat mich dank PluSport der Ski-Virus gepackt. Mit 14 wurde ich Mitglied des Swiss Paralympic Ski Teams. Der Start für acht sehr lehrreihe, wunderschöne, intensive Jahre Skirennsport. Vor einem Jahr ging mit der Weltmeisterschaft als Höhepunkt auch verletzungsbedingt meine aktive Schneezeit zu Ende. Eine neue Herausforderung habe ich schnell gefunden. Nach einer sehr erfolgreichen ersten Saison in der Leichtathletik werde ich auch in Zukunft auf der Bahn um jeden Startplatz und jeden Hundertstel kämpfen. Ich freue mich auf alles, was kommt. Denn der Sport ist für mich die beste Lebensschule.»


Hubert Pauchard

«Ich war schon 1996 Nationaltrainer und durfte die Paralympics in Atlanta, Sydney, Athen und Peking als Trainer vor Ort miterleben. In London hat mich dann meine Tochter Ariane abgelöst. Ich genoss die Zeit unter anderem mit Urs Kolly an all den Grossanlässen. Die vielen Medaillen, das war schon eine sehr emotionale Zeit. Auch ich bin PluSport schon lange verbunden und dem Verband sehr dankbar.»


Thomas Pfyl

«Seit gut 17 Jahren fahre ich im Paraskirennsport auf Stufe Weltcup. Ich nehme an Weltmeisterschaften und Paralympics teil. PluSport war in den vergangenen Jahren schon immer ein sehr wichtiger Pfeiler für mich. Ohne PluSport wäre ich jetzt definitiv nicht da, wo ich bin. Ich bin auch sicher, dass ich mich ohne ihre Hilfe nicht auf diesem Niveau halten könnte. PluSport unterstützt mich in vielen Bereichen. Zum Beispiel beim Organisieren unserer ganzen Reisen mit Hotels, Flügen und anderem. Das ist extrem wertvoll, denn somit kann ich mich voll auf den Sport konzentrieren.»


Bigna Schmidt

«Vor zehn Jahren hätte ich mir das nicht träumen lassen, einmal eine Sportkarriere ausüben zu dürfen. Ich besuchte das Gymnasium und fuhr daneben gerne Ski. Dann kam ich 2011 mit Plusport und dem Behindertensport in Kontakt und begann, wettkampfmässig zu schwimmen und Ski zu fahren. Jetzt bin ich Athletin im Swiss Paralympic Ski Team und studiere an der Universität St. Gallen. PluSport hilft mir seit vielen Jahren, meine Doppelbelastung Ausbildung und Sport sowie andere Herausforderungen in meinem Leben zu bewältigen.»


Christoph Sommer

«Ich blicke auch auf über 20 Jahre PluSport zurück und durfte an fünf Paralympischen Spielen teilnehmen. Für mich ist Sport einfach die beste Lebensschule. Ich danke PluSport für das grosse Vertrauen und die Unterstützung, die ich all die Jahre erleben durfte. Heute bin ich froh, dass ich Botschafter sein darf. Auf die nächsten 60 Jahre»!


Reto Thurnherr

«Die Schwimm-Nationalmannschaft hat früher oft in Filzbach zusammen mit der Schweizerischen Schwimmvereinigung der Behinderten trainiert. Das war super. Es motivierte sehr, besser zu werden. Man konnte sehr viel lernen, weil alle da waren: der Nachwuchs und die erfahrenen Schwimmer. Anlässlich der Schweizermeisterschaften fand dann jeweils im Frühling ein Sprint-Cup statt. Da konnten wir den sogenannten normalen Schwimmern zeigen, dass auch im Behindertensport Leistungssport betrieben wird. Wir wurden dadurch auch einfacher in den normalen Schwimmclubs integriert. Dafür mussten wir damals noch richtig kämpfen. Ich denke, heute ist das einfacher.»


Céline van Till

«Bis zu meinem 17. Lebensjahr lief alles gut. In der Schule hatte ich keine Probleme, ein paar Jungs hatten sich in mich verguckt, erst der Unfall änderte dann alles. Heute suche ich täglich eine neue Herausforderung. Ich will Grosses erreichen, anderen Mut machen. Nach 2016 (Reiten an den Paralympischen Spielen) sollte im Sommer in Tokio die Teilnahme am Marathon für mich drin liegen. Ich bin stolz und dankbar, dass ich PluSport repräsentieren kann, setze mich gerne für den Behindertensport ein!»


Sara Tretola

«Ich fuhr auf der Strasse und auf der Bahn von 2003 bis 2012 sehr aktiv, konnte einige Medaillen und Titel gewinnen (2004 Paralympics- Bronze, 2005 EM-Goldmedaille). Es war eine tolle Zeit. Heute bin ich als dreifache Mutter mit Ben (5), Aylin (3) und Elvis (14 Monate) sehr beschäftigt. Ich arbeite 50 Prozent als Konstrukteurin, jogge und schwimme in der Freizeit und unterstütze meine Kids dreimal die Woche beim Eishockey-Training. Die Rolle des Velodroms hat jetzt also das Eis in meinem Leben übernommen. Auch das macht mir Spass.»


Simon Vögeli

«2007habe ich mit der Leichtathletik, genauer mit dem Sprint über 100 und 200 Meter begonnen. 2008 war ich an den Paralympics, konnte aber nicht teilnehmen, da meine Klassifizierung abgelehnt wurde. Nichtsdestotrotz hat mich das Sportfest motiviert, weiter zu trainieren und Wettkämpfe zu bestreiten. Nach zwölf Jahren Leichtathletik mit vielen schönen Erlebnissen habe ich mich dann entschieden, die Tartanbahn zu verlassen und meinen sportlichen Weg in den Bergen fortzuführen. Ich widme meine Zeit nun dem Trailrunning. Das macht mir unglaublich viel Spass.

Was bedeutet PluSport für mich? Sport verbindet Menschen weltweit. PluSport ist die Anlaufstelle für den Behindertensport der Schweiz. Dank PluSport ist der Behindertensport auch in der Öffentlichkeit präsent und wird als Folge auch besser gefördert. Mit PluSport kann ich auf eine jahrelange Unterstützung im sportlichen sowie privaten Bereich zählen. Danke vielmals PluSport J»