Tendenz Abstieg - Präferenz Aufstieg?

An der Entwicklungskonferenz vom Samstag 28 Januar 2017 haben wir uns voll und ganz der Nachwuchsförderung auf allen Ebenen des Verbands und der Mitgliederclubs gewidmet, nach dem Motto: «Die Trends zeigen immer noch nach unten - wie schaffen wir jetzt den Turnaround?»

Die diesjährige Entwicklungskonferenz begann mit einem traurigen Moment – der Abdankungsrede für PluSport Behindertensport Schweiz. So nahm Schauspieler Dominique Jann die Anwesenden fiktiv mit ins Jahr 2027 und blickte zurück auf den Verlauf der letzten 10 Jahre, in denen man das Ruder hätte herumreissen müssen, um dem Mitgliederschwund, den sinkenden Leistungseinheiten und der Überalterung in den Clubs Gegensteuer zu geben. Damals vor 10 Jahren waren die Entwicklungstendenzen bereits sichtbar, die Herausforderungen klar: Nachwuchs fördern war das Thema der Stunde, im Ernst. Man hätte verhindern können, dass PluSport Schweiz Ende 2026 nur noch 11 funktionierende Clubs verzeichnen konnte; ein Dachverband wurde dafür überflüssig. So wurde die Auflösung von PluSport Behindertensport Schweiz entschieden, die wenigen Camps an eine private Sportevent-Organisation abgegeben. Das hätte nicht sein müssen, schloss Schauspieler Jann vor betroffenen Gesichtern.



Durch die emotionale Eröffnungsrede wurde die Basis für spannende Diskussionen gelegt. Das Ziel bestand darin, dieses traurige Szenario zu verhindern - eine Ist-Analyse durchzuführen, Herausforderungen aufzuzeigen und im Anschluss Lösungsansätze zu finden. Dies galt sowohl für die teilnehmenden Vorstandsmitglieder und Sportleiter aus den Sportclubs als auch für den Dachverband, denn «wir alle sind PluSport», betonte Geschäftsführer René Will.



Um effizient arbeiten zu können, wurden die Teilnehmer in acht Gruppen eingeteilt. Zusammen mit routinierten Moderatoren tauschten sie am Vormittag eigene Erfahrungen aus ihren Sportclubs aus und legten damit die Grundlage für die Nachmittagssession.



Bevor es jedoch weiter ging, wurden Hunger und Durst beim gemeinsamen Mittagessen gestillt. Angeregt von den Erkenntnissen des Vormittags, tauschten sich die Teilnehmer auch beim Essen fleissig über die erhaltenen Informationen aus.



Am Nachmittag behandelten die Arbeitsgruppen verschiedene Lösungsansätze für die am Morgen erkannten Schwerpunktthemen. So erarbeitete jede Gruppe ein individuelles Ideenpapier zur Behebung ihrer eigenen Anliegen im Club. Lösungsansätze fand man in den Themen Netzwerken, neue Sportarten mit Schnuppertagen anbieten, Geselligkeit dem Sportprogramm anfügen, Institutionen kontaktieren, Präsenz zeigen an Märkten, Neuzuzügeranlässen, Quartierevents, Ressourcen im Vorstand umbauen, mit Nicht-Behinderten-Sportclubs Sportangebote realisieren usw.



Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen nun in die Entwicklung der neuen Nachwuchsförderungsstrategie ein, welche an der Delegiertenversammlung zur Abstimmung kommen wird. Die bleichen Gesichter vom Morgen hatten nach dem engagiert verbrachten Tag Farbe bekommen. «Ich glaube, wir alle ziehen am gleichen Strick und können die Trendwende schaffen» meinte PluSport-Präsident Peter Keller und verabschiedete eine Schar eifrig weiterdiskutierender Teilnehmer.