News

«So schade, dass es an den Paralympics keinen Triathlon gibt»

Péter Boronkay trat als einziger Paratriathlet am Ironman Zürich an und schaffte es auf Rang 517 von fast 1400 Athleten. Umso ärgerlicher, dass Paratriathlon keine olympische Disziplin ist – noch nicht.

Péter Boronkay ist mit einer Unterarm-Behinderung zur Welt gekommen und erreichte am Ironman 2012 in Zürich einen beeindruckenden Rang. Auf dem Bild st er laufend auf der Rennstrecke zu sehen.

Péter Boronkay erreichte am Ironman 2012 in Zürich einen beeindruckenden Rang.

Péter Boronkay glücklich beim Zieleinlauf am Ironman in Zürich.

 

Sie sind vergangenes Wochenende am Ironman in Zürich gestartet. Wie ist es, gegen Nichtbehinderte anzutreten?
Péter Boronkay: Sehr motivierend. Unzählige Leute haben mich angefeuert und untersützt. Ich war der einzige Paraathlet unter all den 1800 Teilnehmenden. Ich habe zwar schon Welt- und Euromameistertitel im Paratriathlon gewonnen in der Sprint- und Olympia-Distanz, aber noch nie an einem Ironman teilgenommen. Es ist immer inspirierend, gegen nichtbehinderte Athleten anzutreten und gut abzuschneiden.

Was ist für Sie der Reiz am Triathlon?
Dass drei Sportarten vereint werden. Früher war ich Mitglied der ungarischen Para-Schwimm-Nationalmannschaft, aber richtig erfolgreich bin ich erst, seitdem ich Triathlon betreibe. Die Sportart kann mehr Zuschauerinnen und Zuschauer begeistern, findet gemeinsam mit nichtbehinderten Athleten statt, was ein grosser Schritt vorwärts ist bezüglich Integration. Ich arbeite mit behinderten Kindern und weiss wie wichtig es ist, dass Menschen mit Behinderung mit gleichaltrigen Nichtbehinderten Sport treiben.

Wo liegen Ihre Stärken und wo wurde es hart für Sie am Ironman in Zürich?
Der Ironman war eine grosse Herausforderung für mich, da ich ja noch nie zuvor einen bestritten habe. Ich habe mich intensiv auf das Rennen vorbereitet. Meine Stärke liegt im Schwimmen. Ich bin viel Velo gefahren, habe aber vermutlich zu wenig Zeit fürs Laufen investiert. Aber wie bei allen Langstreckenwettkämpfen ist der Kopf das Entscheidende.

In wenigen Wochen starten die Paralympics in London. Was geht Ihnen da durch den Kopf?
Es ist so schade, dass der Triathlon noch keine paralympische Disziplin ist. In Rio 2016 wird es soweit sein. Klar, mein Ziel ist es, dort dabei zu sein und gut abzuschneiden, aber das liegt noch in weiter Ferne. Paratriathlon ist im Vergleich zu anderen Parasportarten in der glücklichen Lage, dass die internationalen Rennen zusammen mit den Nichtbehinderten Athleten durchgeführt werden. Ausserdem gibt es jährlich Welt- und Europameisterschaften, also jedes Jahr eine Herausforderung!

Was sind Ihre nächsten und langfristigen Ziele?
Ich werde mich nun ein paar Wochen vom Ironman erholen, bevor ich mich an die Vorbereitung für die Paratriathlon-Weltmeisterschaften mache. Sie wird in Sprintdistanz abgehalten und findet diesen Oktober in Neuseeland statt. Ich würde gerne bei so vielen internationalen Rennen wie möglich auf dem Podest stehen und an den Paralympics in Rio teilnehmen. Bis es soweit ist, arbeite ich wie bisher mit Kindern mit Behinderung und versuche die Balance zu halten zwischen Sport und Karriere. Darin will ich meine Sache ebenfalls gut machen.

 

Ein Lächeln trotz garstigen Wetterbedingungen.

 

Péter Boronkay posiert mit zwei anderen Athleten und einer Athletin anlässlich der Pressekonferenz.

Péter Boronkay an der Pressekonferenz zum Ironman in Zürich.

Einer der grossen Vorteile von Para-Triathlon: dass die internationalen Wettkämpfe zusammen mit nichtbehinderten Athleten durchgeführt werden.