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Vizemeistertitel für Schweiz an Heim-EM

PluSport war vergangene Woche als Official Partner an den Access Class Championships in Arbon hautnah dabei. An den Segel-Europameisterschaften für Menschen mit einer Behinderung setzten sich die Schweizer ausgezeichnet in Szene und erreichten die Ränge zwei und drei.

Logo Access Class European Championship 2013

Am dritten Tag der Segel-Europameisterschaften präsentiert sich der Bodensee lange Zeit zu ruhig um die dritte Regatta in Angriff nehmen zu können. Die Seglerinnen und Segler sitzen am Ufer in Arbon und warten geduldig auf mehr Wind. «Ich hoffe schon, dass heute noch etwas geht, sonst wird es kein Streichresultat geben», sagt Florian Bürgi, der im Rollstuhl sitzt, nach einer guten Stunde Wartezeit. Kaum hat Bürgi zu Ende gesprochen, ertönt das Horn, das den Start ankündigt. Nun haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 45 Minuten Zeit, bis der Startschuss auf dem See fallen wird. Seglerinnen und Segler aus Spanien, Frankreich, England und anderen Nationen steigen in ihre Boote. Wer nicht selbst einsteigen kann, wird mit Minikranen ins Boot gehebt. Die Schweizer segeln alle mit Access Dinghies 303 Segelbooten, die speziell für Menschen mit einer Behinderung entwickelt wurden. Die Segelnden sitzen in den Jollen immer in Fahrtrichtung und müssen auch bei einem Kurswechsel keine Positionsverschiebung vornehmen. Die Jollen haben ein im Verhältnis grosses mit Blei gefülltes Schwert, welches für die Boote mehr Stabilität erzeugt und wodurch ein Kentern beinahe unmöglich ist.

Kaum auf dem Wasser, nähert sich den Seglern eine schwarze Wolkenwand. Vor dem Start hatte das Schweizer Team Joshua Rothenhäusler und Dominique Scheller in der Gesamtrangliste noch an der Spitze gelegen, doch die lange Wartezeit ist ihnen wohl nicht so gut bekommen. Das Team verschläft den Start und überquert erst als neuntes Boot die Ziellinie. Eine Enttäuschung für den jungen Segler Joshua Rothenhäusler, hatte er doch in den ersten zwei Regatten mit einem ersten und einem zweiten Rang geglänzt. Die Reaktion des Teams fällt jedoch beeindruckend aus: Dank einem erneuten Sieg in der vierten Regatta, dürfen sie sich zurecht Chancen auf einen Spitzenplatz ausrechnen. Am letzten Tag muss sich das Duo dann allerdings in den zwei letzten Regatten erneut dem Bulgaren Zoltan Pegan geschlagen geben. Am Ende schaute für das Schweizer Team Joshua Rothenhäusler/Dominique Scheller der zweite, für Roger Lieberherr und Christian Hiller der dritte Schlussrang in der Access 303 double Kategorie heraus.

Über die Europameisterschaften darf nicht nur resultatemässig sondern auch im Bezug auf die Teilnehmerzahl und die Organisation ein positives Fazit gezogen werden. Hatte es vor vier Jahren an der ersten EM-Austragung in Südfrankreich noch 30 Boote am Start, waren letzte Woche 70 Boote mit dabei. «Die Segelsportszene für Menschen mit einer Behinderung ist erst am entstehen, sie hat noch grosses Wachstumspotential», sagt Willi Lutz, Präsident von Sailability.ch und OK-Mitglied der EM in Arbon. Früher sei es mehr so gewesen, dass Leute mit einer Behinderung gerne segelten, nun erhalte der Leistungssportgedanke immer grössere Wichtigkeit. «Für uns sind solche Veranstaltungen sicher wichtig, damit wir unseren Sport in der Öffentlichkeit präsentieren können», sagt Willi Lutz, der sich mit Sailability ganz dem Segelsport für Menschen mit Behinderung verschrieben hat. (mh)

Die besten Bilder und alle Resultate finden Sie in den «Mini Movies» und den untentstehenden Resultate-Links.

«Mini Movies» direkt vom Bodensee:


Resultate:


Mehr Informationen finden Sie im Programmheft (pdf, 740KB) oder unter accessclasseuro2013.com.

Seien Sie im Zuschauerboot dabei: Flyer (pdf, 682)

 

«Mini Movies» täglich direkt vom Bodensee:


Foto sailability.ch