Spitzensport
Ski-Asse auf Ideallinie
Zwischen den Athleten des Swiss Paralympic Ski Team und den Stars von Swiss Ski besteht ein sehr freundschaftlicher Kontakt. Denn Skirennfahrer bleibt Skirennfahrer egal ob auf zwei Beinen, mit Prothese, blind oder sitzend im Skibob. So helfen sich dann auch die beiden Kader immer wieder als Vorfahrer bei ihren Wettkämpfen aus. 2011 wurde das Starensemble bei den Schweizermeisterschaften Paralympic Ski in St. Moritz angeführt von Carlo Janka und Marc Berthod. Beim FIS-Europacup revanchierten sich Brügger, Pfyl und Kollegen indem sie die Piste für die internationalen Skistars einfuhren.
Ein weiterer Meilenstein der Kooperation war die Zusammenarbeit mit dem Sportsekretariat St. Moritz, welches PLUSPORT von der Rennorganisation über die Volunteers bis hin zur Vermarktung unterstützte. Der Event gipfelte schliesslich in der Siegerehrung mit Showact auf dem Dorfplatz von St. Moritz, die ein breites Publikum anzog.
Nächster, grosser, Schritt wird die Annäherung auf Verbandsebene zwischen Behindertensport und Swiss Ski darstellen.
Pferde machen keinen Unterschied!
Unter diesem Motto integriert der internationale Pferdesportverband, FEI, den Behindertensport in seine Strukturen und geht als Vorbild der Integration von Menschen mit Behinderung voran. 2010 fanden die Titelkämpfe der Para Equestrian Athletinnen ganz selbstverständlich integriert in die World Equestrian Games in Kentucky statt.
Auch der Schweizer Verband, SVPS, führt das Para Equestrian in seiner Struktur als eigene Disziplin und garantiert so die Integration auf höchster Verbandsebene.
Gemeinsame Träume
In der Leichtathletik Vereinigung Winterthur (LVW) wird fleissig trainiert. Die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2012 in London laufen auf Hochtouren - potentielle Teilnehmer gibt es einige. Ob im Kraftraum, beim Ausdauertraining, beim Start aus dem Block oder bei den Laufübungen - der Nachwuchs profitiert von den Vorbildern und den hervorragenden Vereinsstrukturen. Die Jugendlichen bereiten sich bereits engagiert für Rio de Janeiro 2016 vor. Unter den Läufern ist Philipp Handler: hochkonzentriert, motiviert und auch immer wieder für einen Spass zu haben. Sein Talent und seine Freude am Sport ist gross. Philipp gehört dazu, sein Ehrgeiz ist ansteckend, seine Trainingskollegen schätzen seine Zielstrebigkeit, seine Geduld, seine Fröhlichkeit und seine motivierende Art. Mit seinen Jungs lacht er an Vereinsanlässen, geht er in den Ausgang und geniesst die Freizeit. Im Training profitieren beide Seiten voneinander, einzig an den Wettkämpfen trennen sich die Wege. Philipp ist stark sehbehindert und misst sich dann mit seinesgleichen. Handlers Ziel sind ganz klar die Paralympics in Rio de Janeiro Rio 2016, vielleicht reicht es bereits für London 2012. Bereits an den IBSA World Games hat er sein Können unter Beweis gestellt und ist hervorragende Zeiten gelaufen (100 Meter: 11.87 Sekunden; 200m: 24.97 Sekunden). Philipp Handler ist im LVW ein talentiertes Mitglied, das sich hervorragend integriert und integrieren lässt.
Gemeinsam auf der richtigen Bahn
Der Förderverein integrativer Leistungssport, bei dem sich behinderte und nichtbehinderte Athleten in einer Trainingsgruppe auf das Ziel Paralympics respektive Olympische Spiele 2012 in London vorbereiten, ist einzigartig. «Der Erfolg zeigt uns aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind», so Chantal Cavin. Sie war die einzige Schweizerin, die kürzlich an den Kurzbahn-EM der Behinderten in Berlin war (und dort über 400m Freistil eine Medaille gewinnen konnte). Trainingspartnerin Patricia Humplik, EM-Medaillengewinnerin über 200m Brust und Stefan Riesen, international erfolgreicher Triathlet gehören ebenso zur illustren Gruppe wie das hoffnungsvolle Nachwuchstalent Rahel Wüthrich. Weil die Videoanalyse der blinden Cavin offensichtlich wenig nützt, simuliert Salmingkeit mit seiner Hand den Druck des Wassers, wenn er die Bewegungen seiner Schwimmerinnen führt. Davon profitieren auch die nicht-behinderten Athleten.
Damit die Schwimmerin weiss, wann sie die Wende einleiten muss, steht im Wettkampf an beiden Stirnseiten des Bades jeweils eine Person, die Cavin mit einem Stock auf den Kopf tippt, die sogenannte «Hauerin». Nicht selten sind es ihre Trainingskolleginnen, welche diese Rolle übernehmen. Spitzenschwimmer neben dem Bassin, sozusagen... Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit, sondern auch um Hundertstelsekunden. «Wenn das Timing nicht genau stimmt, verliere ich vielleicht das Rennen », erklärt Cavin. An den Paralympics in Peking 2008 verlor sie denjenigen über 100 m. «Das war hart. Ich war als Weltmeisterin und Weltrekordhalterin angetreten – und wurde nur Vierte», blickt Cavin zurück. Schon vier Jahre zuvor in Athen hatte sie das Podest nur knapp verpasst. 2012 in London soll sich der Traum vom olympischen Gold endlich erfüllen.
Double Ultra Triathlon Neftenbach
Als wäre die einfache Ironman-Distanz noch nicht genug, fand 2011 der erste Double Ultra Triathlon der Schweiz statt. Mit am Start stand auch eine Stafette aus Sportlerinnen und Sportlern von PLUSPORT mit einer Behinderung sowie einem gemischten Team aus einem PLUSPORT-Handbiker und Triathleten von My-Sport.
Im ersten Team startete die einseitig unterarmamputierte Athletin Céline Martin aus Aarau, welche die 7.6 km im Freibad Neftenbach schwamm. Anschliessend gab sie den Stab weiter an den beidseitig unterschenkelamputierten Radsportler Armin Köhli aus Hinteregg ZH, der die Velostrecke von über 360km zu absolvieren versuchte aber wegen Krämpfen aufgeben musste. Die letzte Disziplin – 84.4 Kilometer Laufen – bewältigte dann Fredi Büchler aus Brugg AG, der nach einem Autounfall eine Hirnverletzung erlitt.
Im zweiten Team startete der Paraplegiker Walter Eberle aus Schaan (FL) zusammen mit vier nicht handicapierten Athleten vom Team My-Sport. Die 360km, die er mit seinem Handbike absolvierte, waren auch für ihn eine Herausforderung, die er sich als ambitionierter Sportler nicht entgehen lassen konnte.






